1992 - 1995

1992: Festjahr für Edlitz und Thomasberg

Nicht weniger als acht Jungmusiker erwarben im April in Wimpassing das Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze. Am 22. April wurde als Beitrag zum 800 Jahr-Jubiläum von Thomasberg in Olbersdorf eine Messe mit anschließender Marschmusik gestaltet, der eigentliche Festtag für Thomasberg war der 3. Mai, dabei konnte auch der Landeshauptmann begrüßt werden. Das gleichfalls 800 Jahre alt gewordene Wartmannstetten entsandte zur Gratulation seine Musikkapelle, beide Kapellen spielten abwechselnd das Frühschoppenkonzert.

 Gefeiert wurde sehr intensiv in diesem Jahr in Edlitz gleichfalls der nachweislich 800-jährige Bestand. Begonnen wurde mit der  Eröffnung des neugestalteten „Mittereggerhauses” und der Wehrkirchenausstellung in diesem Haus am 16. Mai. Haupttag war der 19. Juli mit Festakt und großartigem Festzug.

Zu einem Höhepunkt wurde das Abendkonzert im Schulhof, das auch den würdigen Rahmen bot, für mehr als 15 Jahre Aktivität Ernst Lakinger, Georg Handler jun., Hubert Freiler, Günter Wiesbauer und Manfred Fritz auszuzeichnen.

1992 feierte nicht allein Edlitz, auch der NÖ Blasmusikverband hatte Grund dazu. Aus Anlaß seines 40-jährigen Bestehens hielten die Blasmusikbezirke Neunkirchen, Baden und Bruck an der Leitha in Gloggnitz ein großartiges Viertelsfest ab. Einmarschiert wurde in Marschblöcken von jeweils zwei Kapellen, wobei Edlitz und Kirchschlag einen Marschblock bildeten,. Besucht wurden in diesem Jahr weiters die Musikfeste der Jugendkapelle Wimpassing, und in Schwarzau im Gebirge. Am 11. Juli gab es wieder eine Musikerhochzeit der besonderen Art, Musikerin Margit Spitzer heiratete Franz Reiterer, Musiker bei der Kapelle Aspangberg – St. Peter.

Als musikalischer Begleiter der Gemeinde Thomasberg gratulierte am 16. August der Musikverein bei den Feierlichkeiten 800 Jahre Wartmannstetten. Der Musikerausflug dieses Jahres führte in das Salzkammergut. Im September gab es neuerlich eine Musikerhochzeit, Robert Lakinger führte in Gutenstein seine Berufskollegin Alexandra Koblinger zum Traualtar. Im Oktober wurde Ehrenmitglied Hans Punkl aus Anlaß seines „Sechzigers” gebührend geehrt. Dieser Monat brachte noch die Mitwirkung bei der Markterhebungsfeier in Lichtenwörth und die stimmungsvolle Silberhochzeit von Kapellmeister Georg Handler. „Dem Jubelpaar wurde von der Kapelle ein Geschenk überreicht und Georg für sein Wirken als Kapellmeister in der Kapelle gedankt und der Gattin wurde für ihr großes Verständnis ein besonderer Dank ausgesprochen.”

Ein besonderer Tag für den Musikverein war auch der 15. November 1992. Erstmals wurde in der Bezirksarbeitsgemeinschaft Neunkirchen ein Bläserkammermusikwettbewerb durchgeführt. Dieser fand in der Aula der Hauptschule Edlitz statt. Von unserem Musikverein beteiligten sich daran drei Gruppen und alle drei konnten einen ausgezeichneten Erfolg erzielen: In der Stufe A das Klarinettentrio Christian Pichlbauer, Manfred Fritz und Bibiana Ringhofer mit „Thema con Variationi” von Haydn; Das Bläserquintett in Stufe B mit den Musikern Werner Hlavka und Alfred Winkler, Trompete, Ernst Lakinger, Posaune, Gottfried Lakinger, Bariton und Andreas Handler, Tuba mit dem ersten Satz einer Serenade von Mozart und gleichfalls in der Stufe B das Posaunentrio Ernst Lakinger, Hubert Schwarz und Johannes Fuchs mit Madrigalen alter Meister

Zwei Jubiläen innerhalb der „Musikerfamilie” der Kapelle und ihrer Freunde sind noch für die letzten Monate des Jahres 1992 anzuführen. Dem Trompeter Josef Pichlbauer  gratulierte die Trachtenkapelle aus Anlaß seiner Silberhochzeit am 18. November und am 9. Dezember dem Musikfreund und Vater dreier aktiver Musiker Friedrich Lakinger zu seinem „Sechziger”.

 1993: „Sechziger” von Obmann Karl Dienbauer

Das Jahr 1993 konnte mit dem 11. Musikerball im Gasthaus Tanzler in Grimmenstein frohbeschwingt eröffnet werden; „Zum zweiten Mal hielten wir unseren traditionellen Musikerball im Gasthaus Tanzler ab. Besonderer Dank auch unserer Frau Cizek, die mit besonderer Hingabe die Damenspenden bastelte.”

Wenn man als Musikkapelle drei Gemeinden zu betreuen hat, so kann es zu Terminüberschneidungen kommen. Darum lud der Musikverein im Februar in sein Probenlokal ein und trug den Vertretern der Vereine sein Anliegen vor, Veranstaltungen zu koordinieren. Zu einem vollen Erfolg wurde auch wieder der „Musikerabend”, also die interne Faschingsfeier der Vereinsmitglieder und ihrer Angehörigen im Gasthof Pichler in Petersbaumgarten. Im Jänner und Februar mußte man jeweils zu einem Begräbnis nach Kirchberg am Wechsel ausrücken.

Schon zur schönen Tradition geworden ist der Faschingdienstag in Edlitz und natürlich gehörten einige Musiker der Trachtenkapelle dazu, die bunt kostümiert flotte Weisen aufspielten.

Am 28. März legten auch vom Musikverein Edlitz sechs Jungmusiker erfolgreich die Prüfung für das JMLA in Bronze in Wimpassing ab. Für drei von ihnen bedeutete dies zugleich die Aufnahme in die Trachtenkapelle.

Ein besonderer Tag war zweifellos der 23. April l993, wurde doch Obmann Karl Dienbauer aus Anlaß der Vollendung des 60. Lebensjahres mit klingendem Spiel gebührend geehrt. „Zu seinem 60. Geburtstag stellten wir uns mit einem Ständchen vor seinem Haus in Thomasberg ein. Nach der Überreichung der Geschenke der Trachtenkapelle und der BAG Neunkirchen, überreicht vom Bezirksobmann Ernst Hummer, lud uns der Jubilar zu einem Essen in den Gasthof Tanzler ein.”

Am 6. Juni lud dann der Musikverein selbst zu seinem „Tag der Blasmusik” ein und präsentierte dabei erstmals einen Wunschfrühschoppen, „was zu einem durchschlagenden Erfolg wurde, denn hätten wir alle Musikwünsche erfüllt, wären wir am Montag morgen auch noch dortgesessen.” Eine Woche später bot die Eröffnung und Segnung der Sportanlage in Thomasberg neuerdings Gelegenheit zu frohgemutem Musizieren.

Am 19 Juni lud die Freiwillige Feuerwehr Edlitz zu einem Dämmerschoppen ein, bei dem unser Musikverein aufspielte: „Zum ersten Mal veranstaltete die FF Edlitz ihren Dämmerschoppen auf dem neuen Festplatz in einer der wenigen lauen Sommernächte, die wir heuer genießen konnten. Da das Publikum und die Musikanten nicht nach Hause fanden, wurde die Nachtruhe so manchen braven Bürgers, von der Musik bis 23 Uhr 30 und von den übriggebliebenen trinkfreudigen Nachtschwärmern bis in den frühen Morgen, etwas gestört.“

 Wenige Tage später erwarb als erstes Mitglied des Vereines die talentierte Jungmusikerin Bibiana Ringhofer auf der Klarinette mit sehr gutem Erfolg in Schloß Zeillern die Prüfung für das Jungmusikerleistungsabzeichen in Gold. Im August besuchte man das Bestandsjubiläum des MV Haßbach-Penk.

Der Sommer brachte einige erfolgreiche Veranstaltungen mit Unterhaltungsmusik. Das Feuerwehrfest in Wiesfleck wurde musikalisch umrahmt, für einen Wettbewerb der Landjugend in der Fachschule Warth verpflichtete man das Ballorchester für den Frühschoppen, 14 Musiker spielten kurzerhand vertretungsweise in Hochneukirchen für eine verhinderte Musikkapelle auf und zum besonderen Erfolg wurde der Dämmerschoppen in Hochegg, verbunden mit der Einweihung des neuen Dorfplatzes: „Die Stimmung war derartig gut, daß wir eineinhalb Stunden über die vereinbarte Zeit bis zur einbrechenden Dunkelheit Zugabe um Zugabe spielten, wir hatten nicht einmal Zeit, ein Päuschen oder ein Jäuschen einzulegen.”

Ein Bläserquintett des Musikvereins überbrachte im WIFI Neunkirchen musikalische Grüße aus Anlass der Ernennung von Franz Kampichler zum Abgeordneten zum Nationalrat. Karl Köstenbauer feierte mit Musikbegleitung seinen „Achtziger“, er hatte die Kapelle zehn Jahre als Kapellmeister geleitet. Nochmals wurde bei seiner Goldenen Hochzeit ausgerückt. Bereits im Juni mußte man dem unterstützenden Mitglied Alois Weninger letztes Geleit geben und im November von Anton Pürrer in Grimmenstein, der auch das heimische Brauchtum besonders förderte, verabschieden. Von wohl einmaliger Tragik war es, daß innerhalb von knapp zwei Monaten die Gemeinden Thomasberg und Edlitz ihre Bürgermeister verloren. Bürgermeister Alfred Bauer von Thomasberg war ein großzügiger Freund und Förderer der Musik und Bürgermeister Josef Ernst von Edlitz hatte darüber hinaus selbst seinerzeit in der Kapelle mitgespielt.

Die Bezirksarbeitsgemeinschaft Neunkirchen des NÖ Blasmusikverbandes veranstaltete auch 1993 den Kammermusikwettbewerb in Edlitz und daran beteiligten sich elf Gruppen aus dem Bezirk. „Von unserer Kapelle traten ein Klarinettentrio und ein Bläserquintett zur Wertung an. Beide Gruppen wurden mit einem ausgezeichneten Erfolg für ihre Probenarbeit belohnt.”. Eine musikalische Krönung des Arbeitsjahres war die Teilnahme am Konzertwertungsspiel in Warth, wobei der achte ausgezeichnete Erfolg in ununterbrochener Reihenfolge erzielt werden konnte.

1994: Kpm. Georg Handler feiert den „Fünfziger”

Nach Musikerball und Musikerabend sowie dem Faschingsumzug in Edlitz ist für 1994 zuerst die musikalische Umrahmung der Bezirksversammlung der BAG Neunkirchen in Wartmannstetten am 12. März anzuführen. Dabei wurden auch zwei Vereinsmitglieder in den Bezirksvorstand gewählt, nämlich Josef Fuchs als Bezirksstabführerstellvertreter und Alfred Winkler als Rechnungsprüfer. Wenig später konnten neun Jungmusiker die Prüfungen für Jungmusikerleistungsabzeichen erfolgreich ablegen.

Im März wurde Musikkamerad Josef Markon zum „Fünfziger” beglückwünscht und das Maispielen fand 1994 in Kulma, Wiesfleck und Ebenhof statt. Das geschah schon am 30. April, denn am 1. Mai wurde, auch in Anwesenheit von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, der neuen Gemeindegasthof „Grüner Baum” feierlich seiner Bestimmung übergeben und da durfte die Musikkapelle natürlich nicht fehlen. Am Nachmittag des 1. Mai stand dann noch das Maispielen im Bereich Königsberg auf dem Programm, Im Anschluß an die Maiandacht in Olbersdorf wurde dort ein Wartehäuschen eröffnet und im Mai beging Edlitz den Festtag der Firmung.

Am 2. Juni 1994 wurde nicht allein die Fronleichnamsprozession musikalisch  gestaltet, man fand sich auch bei Kapellmeister Georg Handler zur Geburtstagsfeier ein, bei welcher sich auch Bezirksobmann Ernst Hummer als Gratulant einstellte. „Anläßlich seines 50. Geburtstages brachten wir unserem Kapellmeister vor seinem Haus in Olbersdorf ein musikalisches Geburtstagsgeschenk dar. Im Anschluß daran lud uns der Jubilar zu einem Buffet ins Gasthaus Pichler ein, wo wir seinen Ehrentag noch gemütlich feierten.“ Und im heurigen Jubiläumsjahr 2000 kann Georg Handler auf eine verdienstvolle und erfolgreiche dreißigjährige Kapellmeistertätigkeit zurückblicken!

Wiederum verband man den „Tag der Blasmusik” mit einem „Wunschfrühschoppen” und war dabei so erfolgreich, wie im Vorjahr. Spatenstiche für Häuser in Grimmenstein und das Landeskrankenhaus Hochegg waren musikalisch zu umrahmen. Zu den üblichen Frühschoppenkonzerten des Frühlings und Sommers kam 1994 erstmals ein Frühschoppen des SV Schauerberg vor dessen Clubhaus in Thomasberg. Es war nicht allein ein musikalischer Erfolg, beim anschließenden Turnier der Vereine konnte die „Fußballmannschaft" des Musikvereines einen ehrenvollen 2. Platz erkämpfen.

Beim Jungmusikerseminar des Bezirkes in Warth war der Musikverein durch 13 Jungmusiker vertreten. Zu Musikfesten fuhr man nach Zöbern, wo, trotz ungünstiger Witterung unter Stabführer Josef Fuchs bei der Marschmusikbewertung wiederum eine Auszeichnung, erstmals in der Stufe D, erzielt werden konnte und das Ballorchester für einen stimmungsvollen und musikalisch hochwertigen Abschluß des Festes sorgte, sowie nach Feistritz. Das Abendkonzert mußte witterungsbedingt in die Aula verlegt werden, war dann dort aber sicher sehr erfolgreich. Musikkamerad Josef Pichlbauer wurde durch ein Geburtstagsständchen geehrt und der Musikerausflug führte in das Burgenland.

Am Vorabend der feierlichen Eröffnung des neuerrichteten Geschäftsgebäudes des Lagerhauses Grimmenstein erfreute bereits ein Bläserquartett mit Turmblasen vom Lagerhausturm. Der eigentliche Festtag brachte Festmesse, Festakt und Frühschoppenkonzert. Zum schönen Erfolg wurde auch das Erntedankkonzert: „Wie jedes Jahr begleiteten wir den Erntedankfestzug musikalisch zur Kirche. Im Anschluß daran konzertierten wir vor dem zahlreich erschienenen Publikum, das die Köstlichkeiten des Bauernmarktes und unser Konzert bei strahlendem Sonnenschein genoß.”

Besondere Bedeutung kam dem Konzertwertungsspiel am 19. November in Warth zu, konnte dabei doch die neunte Auszeichnung erreicht werden als Voraussetzung für den Ehrenpreis des Landes und die Dirigentennadel in Gold. Einen Tag später wirkte das Bläserquintett bei der Eröffnung des Gemeindezentrums Thomasberg  in Edlitz mit.

1995: Organisatorische Weichenstellung für die Zukunft

Fast ein Drittel der Zeit des nachweislichen Bestandes unserer Musikkapelle sorgte Karl Dienbauer als Obmann mit Umsicht, Begeisterung und Idealismus für eine ständige Aufwärtsentwicklung  und einen zielbewußten Auf- und Ausbau unserer Musiziergemeinschaft. Im Dezember 1994 übergab er die organisatorische Vereinsführung in jüngere Hände. Wir wissen aber alle, daß er nach wie vor als aktiver Musiker mit Rat und Tat seinem Verein zur Verfügung stellt. Über die Wahl des neuen Obmannes war in der Lokalpresse zu lesen:

Musikverein: Obmannwechsel nach 32 erfolgreichen Jahren.

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Nach 32 jähriger Obmannschaft in der Trachtenkapelle Edlitz-Thomasberg und Grimmenstein legte Karl Dienbauer bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 7. 12. Seine Funktion zurück. Zum Nachfolger wurde fast einstimmig Alfred Winkler gewählt.

Aufgrund der hervorragend geführten Musikschule (Werner Hlavka) hat die Musikkapelle keine Nachwuchsprobleme. Ebenso wurde heuer zum neunten Mal das Wertungsspiel mit Auszeichnung abgeschlossen. Darum bekommt der Verein das goldene Ehrenzeichen und Kapellmeister Georg Handler die goldene Dirigentennadel. Doch die Erfolge kommen nicht von ungefähr. Im Jahre 1994, so der Tätigkeitsbericht, fanden 39 Proben und 45 Auftritte statt.

Die anwesenden Bürgermeister Kampichler, Ringhofer und Bernsteiner bedankten sich bei Karl Dienbauer mittels einer Urkunde für das große Wirken.

Wahlergebnis: Alfred Winkler (Obmann), Johann Schwarz (Obmannstellvertreter) Georg Handler (Kapellmeister), Peter Spanblöchl (Kassier), Gottfried Lakinger (Schriftführer), Reinhard Steinbauer (Jugendvertreter).”

Anzuführen sind noch Ernst Lakinger und Werner Hlavka als Kapellmeisterstellvertreter, sie bewähren sich auch ganz besonders als Leiter des Ballorchesters; Klaus Brandstetter als stellvertretender Schriftführer und Josef Höller als stellvertretender Kassier. Seitens des Vereines wurde Karl Dienbauer zum Ehrenobmann ernannt.

Am 5. Jänner mußte man vom ehemaligen Musikkameraden Franz Kager sen. Abschied nehmen.

„Nach längerer Pause konnten wir unseren Musikerball wieder im Gasthof ‚Grüner Baum’ in Edlitz abhalten”. Vereinsintern folgte wieder der Faschingabend: ‚Wie jedes Jahr im Fasching trafen wir uns zu Spiel und Spaß bei unserem Vereinsabend im Gasthof Pichler”. Am Faschingdienstag stand Edlitz wieder ganz im Zeichen eines fröhlichen Narrentreibens.

Manchmal finden sich im Protokollbuch auch Eintragungen, die zum Lächeln Anlaß geben, da spart man nicht mit leiser, aber freundlicher Selbstironie. So wenn es zum Maispielen 1995 in Thomasberg heißt: ‚Am Ende des Maispielens gab es noch den legendären Sprung eines Baßisten mit der Tuba über den Edlitzbach, um eine Abkürzung ins Gasthaus Zachs zu nehmen.” Und zum Musikfest in Gloggnitz im Juni 1995 kann man lesen: ‚Nach dem Einmarsch mit anschließender Begrüßung der Jubiläumskapelle Gloggnitz waren wir als letzte Kapelle für das Gästekonzert gereiht. Da wir noch “genug” Zeit dazwischen hatten, dachten sich die beiden Schriftführer und der Obmann: Wir fahren noch auf einen Kaffee nach Gloggnitz. Doch als wir wieder zum Festzelt zurückkamen, saß unsere Trachtenkapelle schon auf dem Podium und war recht verzweifelt, da wir die Noten ins Auto gesperrt hatten. Nach einigen Sprints zwischen Auto und Bühne konnten wir dennoch das Gästekonzert erfolgreich beschließen."

Natürlich gab es auch in diesem Jahr die üblichen kirchlichen Feiern und Frühschoppen, dazu noch die Grundsteinlegung für das neue Blindenheim in Hochegg. Beim Frühschoppen der Feuerwehr Wiesfleck spielte ein kleine Gruppe des Musikvereines auf. Zwanzig Jahre alt geworden war der Sportverein Schauerberg. Gebührender Anlaß für Messe, Frühschoppen und Fußballturnier, bei letzterem konnten die Musiker den 3. Platz erreichen. Anzuführen ist, daß dabei schmucke Dressen, gestiftet von Gönner Richard Hösch ihre „Premiere” hatten.

Stellvertretend für recht zahlreiche Musikerhochzeiten in diesen und den folgenden Jahren soll die Protokolleintragung zur Hochzeit einer besonders liebenswerten Klarinettistin angeführt werden, Waltraud Pichlbauer schritt am 29. Juli zum Traualtar: „Schon in aller Früh versammelten sich einige Musiker, um der Braut bei ihrem Heimatshaus ein Ständchen zu bringen. Nach einem deftigen Frühstück mit Brötchen und Wein versammelte sich die ganze Kapelle wieder um 12 Uhr bei der Braut, um sie zur Kirche zu begleiten. Nach der Gestaltung der Messe fuhren wir in den Gasthof Tanzler, wo auch die Musikkapelle nach althergebrachter Tradition eingeladen war.“

 In kleinerem Rahmen, mit Abendkonzert, die Jagdhornbläsergruppe Edlitztal unterstützte den Musikverein musikalisch, und den „Tag der Blasmusik” mit Frühschoppenkonzert der Musikkapelle der Gauermannheimat Miesenbach feierte unser Musikverein 1995 den 95-jährigen Bestand. Seitens des NÖ Blasmusikverbandes wurden durch Bezirksobmann Ernst Hummer Hermann Reichardt für 25, Obmann Alfred Winkler sowie die Musiker Alois und Josef Hessler für 15 Jahre Treue zur Blasmusik ausgezeichnet.

Beim Abendkonzert am 12. August hatten sie Aufmerksamkeit erregt und eine Woche später eröffneten sie ihren gemeinsamen Lebensweg durch den Gang zum Traualtar: Andreas Handler und Christine Hlavka. Andreas Handler bedarf als klangvoll intonierender Tubist und zuverlässiger Musiker wohl keiner gesonderten Vorstellung. Daß Christine als „Hlavka-Tochter” Musik im Blut liegt, das war anzunehmen und sie hat es als Sängerin des Ballorchesters sehr schön bewiesen. Bei jenem Abendkonzert eine Woche vor der Hochzeit war aber Christine auf der Tuba zu hören, die sie ihrem Gatten zuliebe bei ihm erlernt hatte. Ein „Tubistenehepaar” ist wohl weit über die Grenzen der Buckligen Welt hinaus eine Einmaligkeit – vielleicht sogar in ganz Österreich. Auch das war wieder eine Hochzeit voll innigem und fröhlichem Brauchtum, das natürlich wesentlich von den Musikkameradinnen und Musikkameraden mitgetragen wurde.

 Eine Woche später führte dann der Musikerausflug nach Osttirol, wo mit der bekannten Musikkapelle in Sillian Kontakte geknüpft wurden. Das Abendkonzert unseres Musikvereines in Sillian zu einem besonderen Erfolg.

Im Hause Hlavka gab es 1995 noch einmal eine besondere Feier, die Silberhochzeit von Musikschuldirektor Werner Hlavka und seiner Theresia: „Die Überraschung wäre uns fast gelungen, hätte nicht unser Werner noch um 7 Uhr abends eine Musikstunde angesetzt gehabt, von der wir aber nichts wußten. Wir trafen uns, und natürlich auch ihn, vor unserem Probenraum, in dem wir schon alles für eine kleine Feier vorbereitet hatte. Er fragte uns, was denn heute los sei, daß wir in Tracht aufmarschierten. Doch letztendlich konnten wir ihn doch noch überreden, seine Musikstunde zu kürzen und nach Hause zu fahren, wo wir ihm und seiner Frau ein Ständchen brachten. So wurde daraus doch noch eine kleine Überraschung.”.

Für den 2. Oktober 1995 lud Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll in den Landtagssitzungssaal des NÖ Landhauses in der Wiener Herrengasse zur Verleihung von Ehrenplaketten. Für Edlitz war bereits der Ehrenpreis in Gold bestimmt, der neun Auszeichnungen in ununterbrochener Reihenfolge bei Konzertwertungsspielen als Voraussetzung hatte. Auch die drei Bürgermeister stellten sich dabei als Gratulanten ein und begleiteten Obmann Winkler und Kapellmeister Handler nach Wien. Seitens des NÖ Blasmusikverbandes hatte Kapellmeister Georg Handler in diesem Jahr die Dirigentennadel in Gold überreicht bekommen.

1995 gab es aber auch einen schmerzvollen Abschied, am 26. September wurde der langjährige Pfarrer Gerhoch Schmidt zu Grabe getragen. Genau ein Monat später stellte Erzbischof Schönborn Mag. Putzinger als neuen Pfarrer in Edlitz vor, die Installationsfeierlichkeiten wurden vom Musikverein umrahmt, und zwar der Festzug zur Kirche und die an den Festgottesdienst anschließende Agape.

In der Jahreshauptversammlung vom 7. Dezember 1995 wurde der sehr wichtige Beschluß gefaßt, neue Trachtenuniformen, in rot gehalten, anzuschaffen. Knapp vor Jahresende wurde Gemeindearzt Dr. Sepp Wilscher aus Anlaß seines „Fünfzigers” durch ein Ständchen gebührend geehrt.

Die zehnte Auszeichnung beim Konzertwertungsspiel in Krumbach hatte eine ganz besondere Bedeutung, war doch der Verein erstmalig in der Oberstufe angetreten. Wie jedes Jahr standen am Ende des Jahresprogrammes die Mitwirkung eines Bläserquintetts beim Adventsingen in Grimmenstein und das weihnachtliche Turmblasen am Heiligen Abend, das wie schon so oft in Edlitz, Grimmenstein und Schlatten ausgeführt wurde.